In unserer NETZ:POV-Reihe schildern wir unsere ungefilterte Perspektive zu aktuellen Themen.
Thema dieses Artikels: Warum man beim eigenen Marketing die Basics und den alten Methodenkoffer nicht vergessen sollte.
“Wer anderen predigt, soll das Selberthun nicht vergessen.”
Am Anfang geht man oft davon aus, dass die grundlegenden Dinge ohnehin gegeben sind.Je länger man aber im Daily Marketing Business versinkt, desto mehr verliert man den Blick für die Basis.
Zielgruppe, Positionierung, Nutzenversprechen: Das Alles hat man irgendwann einmal sauber erarbeitet und seitdem läuft es einfach mit. Zumindest fühlt es sich so an. Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen man merkt, dass sich der Blick darauf langsam verschoben hat, ohne dass es einem wirklich bewusst war.
In den letzten Wochen ist uns in der Strategiearbeit mit Kunden oft aufgefallen: Während wir Kunden strategisch mit den Basics an eine solide Marketingbasis heranführen, greifen wir immer wieder in den Methodenkoffer. USP-Brainstorming, Zielgruppenprofilierung, Werbeaussagenformulierung mit Triggern, etc. Man arbeitet gemeinsam an Themen, die eigentlich für uns ziemlich vertraut sind. Man formuliert Aussagen, schärft Argumente und stellt fest, dass man diese Hausaufgaben auch selbst mal wieder für die eigene Brand erledigen könnte.
Marketing als Hausaufgabe
Interessant wird es dann, weil wir wieder mal versuchen, diese Inhalte bewusst aus der Kundenperspektive zu betrachten. Man merkt, dass Aussagen, die nach Außen sehr klar wirken, nach innen manchmal an Priorität oder an Schärfe verloren haben.
Es ist ein bisschen wie Vokabeln. Man muss sie eben immer wieder üben.
Gerade wenn man den Markt gut kennt, wird es nicht unbedingt einfacher. Man sieht die Wettbewerber differenzierter, erkennt deren Stärken und wird vorsichtiger in der eigenen Argumentation. Das ist nachvollziehbar, führt aber auch dazu, dass die eigene Position weniger klar formuliert wird, als sie es eigentlich sein könnte.
Was in solchen Situationen hilft, sind oft gar keine neuen Ansätze, sondern eben genau diese bekannten Übungen, die man sich einfach wieder bewusst vornimmt. Dinge, die man vielleicht schon lange kennt, aber im Alltag nichtmehr regelmäßig anwendet, weil sie fast schon zu den Kinderspielzeugen im Marketing zählen. Wann habt ihr das letzte Mal die eigenen USPs konsequent in konkrete Kundenbedürfnisse übersetzt?
Oder eure Zielgruppe nicht mit 3-4 Bulletpoints festgehalten, sondern als echte Persona auszuformulieren. Welche konkreten Probleme eurer Kund:innen löst ihr denn?
Das sind keine spektakulären Methoden, aber sie bringen einen schnell zurück zu einem klareren Blick. In Zeiten in denen sich Plattformen und Algorithmen stetig ändern, bleiben die Instrumente aus der ersten Marketingvorlesung des Studiums solide.
Eine stabile Markenidentität ist eine wichtige Voraussetzung
Auch wenn wir an KI denken: Werbetexte muss kaum noch jemand selbst schreiben. Captions auch nicht. Aber auch der beste Chatbot ist nichts ohne eine stabile Markenidentität, die nur über die informierten Prompts in die Ergebnisse einfließen kann. Denn auch hier landet man ohne eine solide Basis bei einem relativ verschwommenen Einheitsbrei.
Es fällt auf, dass es weniger darum geht, etwas komplett neu zu denken, sondern eher darum, die alte Brille wieder aufzuziehen. Vieles ist bereits da, es wird nur nicht immer in der Form kommuniziert, in der es seine Wirkung entfalten kann. Dieser kleine Perspektivwechsel reicht oft schon aus, um Argumente wieder greifbarer zu machen und die eigene Position klarer herauszuarbeiten.
Für uns war das vor allem eine Erinnerung daran, wie leicht man sich im eigenen Blickwinkel einrichtet und wie hilfreich es sein kann, diesen regelmäßig zu hinterfragen.
Wir predigen gerne für Euch (und helfen auch beim Selberthun)
Zählt das hier schon als Beichte? So oder so: Schön, dass ihr wieder mitgelesen habt.
Wir grüßen aus dem sonnigen Stuttgart!
Liebste Grüße,
Justine & Sophie

