In unserer NETZ:POV-Reihe schildern wir unsere ungefilterte Perspektive zu aktuellen Themen.
In diesem Artikel widmen wir uns der Frage, welche Rolle ChatGPT und andere LLMs im kreativen Prozess einnehmen.
Chat, schreib mir bitte… ” und was dabei verloren geht:
Ich bin Justine, ich mache Marketing bei den netzgefährten und wegen mir wurde der Auftrag eines Copywriters gestrichen. Also nicht direkt. Ich habe die Aufgabe intern übernommen. Das klingt jetzt für jeden unterschiedlich, je nachdem in welcher Rolle ihr euch am ehesten wiederfindet.
Für CFOs super: wir haben Geld gespart und Kosten internalisiert.
Für freiberufliche Texter:innen: einer von vielen Aufträgen, die aktuell wegbrechen.
„Also nimmt uns KI DOCH die Jobs weg! Ich wusste es!“
Tatsächlich können wir gerade im Agentur- und Copywritingumfeld eben genau diesen Trend beobachten. Wir sehen vermehrt Texte mit vielen verräterischen Spiegelstrichen. Auf Websites, in Newslettern oder sogar in akademischen Arbeiten sind zunehmend KI-generierte Texte zu finden.
„Chat, schreib mir mal den Text so, dass man nicht sieht, dass du den geschrieben hast.“
Nachdem ich also drei Nächte wach im Bett lag, weil meine Arbeit nun tatsächlich jemanden einen Auftrag gekostet hat und ich dann auch noch tatsächlich meinen ersten Newsletter-Entwurf in freundlicher Zusammenarbeit mit ChatGPT geschrieben habe, war mir klar: das ist ein Zwiespalt ist, den es sich lohnt, offen zu legen.
Warum ist KI so verlockend?
KI ist und soll nicht der Feind sein. Je mehr aber vor allem kreative und künstlerische Leistung durch KI ersetzt, statt nur unterstützt werden, desto mehr gerät man als Unternehmen in genau diesen Zwiespalt hinein:
- Wenige Minuten, bis ein SEO optimierter, flotter Text in gewünschtem Tonfall gepostet werden kann.
- Mehr Zeit für Aufgaben, die tatsächlich die Rechnungen bezahlen (nämlich die für die Kund:innen).
- Wenig bis keine Recherchezeit (je nach individuellem Vertrauenslevel gegenüber der KI).
- Ein fast personalunabhängiger Workflow.
- Es scheint meist der einzige Weg für viele KMU’s, um die erforderliche Content-Frequenz der Algorithmen bedienen können.
Kaum schlagbare Argumente für jede Geschäftsführer:in.
Es gibt für uns als Agentur jedoch zentrale Unterschiede zwischen KI-generiertem und organischem Content und dem nötigen Verantwortungsgefühl in der Nutzung.
Authentizität ist ein Stichwort, das im Konkurrenzkampf mit wirtschaftlichen Faktoren wenig Schlagkraft hat. Aber es ist weiterhin das Stichwort, für welches es lohnt, sich in einen natürlichen Kreativprozess zu begeben.
Jede Brand, jedes Unternehmen und jedes Produkt hat einen Charakter, den es sich lohnt zu entdecken und eine Stimme zu geben.
Aktuelle Trends zeigen, wie sehr wir uns wieder nach analogen, natürlichen und nostalgischen Inhalten und Community sehnen. Es lässt sich nur vermuten, ob dieser Trend auf eine gewisse Flut an künstlich generierten Inhalten zurückzuführen ist. Vielleicht also sollte es nicht immer darum gehen, wie wir Zeit und Geld sparen.
Und ja, wir wissen es! Kaum ein Unternehmen oder Freelancer kommt um den bestehenden Druck herum und kann die „all natural“ Herangehensweise wählen. Auch wir nutzen seit geraumer Zeit KI an vielen Stellen, um Arbeitsabläufe zu optimieren und Kosten zu sparen. Auch unserer Kundschaft raten wir regelmäßig an geeigneten Stellen zur Nutzung und berichten von unserem Einsatz.
Die Pointe dieses Artikels soll trotzdem die Folgende sein:
- Es wird sich immer lohnen einen Kreativprozess selbst anzugehen. Nicht nur wegen der Qualität und Message des Contents, sondern vor allem wegen der Learnings über mich Selbst, meine Brand, mein Produkt und meine Mitarbeiter:innen, die darüber automatisch entstehen.
- Es lohnt sich weiterhin, die Nutzung von KI in Frage zu stellen. Jenseits von wirtschaftlichen Faktoren. Die Social-Media-Algorithmen verursachen einen enormen Druck: Ja. Jedoch spielt es weiterhin eine Rolle, mit welchen Inhalten man diesen Druck bedient.
- An alle Creatives: Die Arbeit, die ihr macht, wird nie 1:1 ersetzbar sein. Die menschliche Komponente macht Kunst aus. Und das sind sowohl Texte als auch Bilder, Videos, Illustrationen,… You name it. Auch wenn wir das im Corporate Umfeld manchmal vergessen.
- An alle Geschäftsführer:innen: Der Weg ist manchmal das Ziel. Lasst euch unterstützen von der KI: Ja. Trefft notwendige Entscheidungen für das wirtschaftliche Wohl eures Unternehmens: Ja. Im Kreationsprozess und auch lange danach stecken wertvolle Erkenntnisse, die wir empfehlen, nicht sausen zu lassen.
Egal in welche Richtung ihr gehen wollt, wir gehen mit. Es lohnt sich deine Situation und deine Brand isoliert zu betrachten und nicht blind einem Status Quo zu folgen.
Mit uns als netzgefährten finden wir die für euch richtige Balance zwischen KI und organisch. Ob schlaflose Nächte oder doch nur kleine Unsicherheiten – wir haben ein offenes Ohr.
Ich danke euch sehr für eure Zeit. Bis zum nächsten Mal!
Liebste Grüße
ChatGPT.
Ähm… Justine, meinte ich.
“Bitte den Text ohne Chatgpt Signatur!“
Liebste Grüße
Justine
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