In unserer NETZ:POV-Reihe schildern wir unsere ungefilterte Perspektive zu aktuellen Themen.
In der aktuellen Ausgabe beantworten wir die Frage, ob es den Social Media Downfall tatsächlich gibt.
Social Media hat für mich 2009 mit FarmVille angefangen. Solltet ihr dem Hype entkommen sein: Das ist ein virtuelles Bauernhofspiel, in dem ich semi-erfolgreich war.
Ich erinnere mich gerne an die Zeit. Die Freundinnen meiner Mutter (oder auch die Mütter meiner Freundinnen) und ich waren selten so häufig im Kontakt wie zu dieser Zeit. Die Anzahl von Facebook-Freunden war entscheidend für den Erfolg meiner Ernte. Um 8 Uhr morgens in den Ferien, hat man sich bei der Hafer- und Mais-Saat unterstützen müssen.
Wenn ich sowohl mein eigenes Nutzverhalten als auch die Inhalte auf Social Media von 2009 mit heute vergleiche, würde ich die Einstiegsfrage auf jeden Fall mit „unmittelbar“ beantworten. Eher haben wir den Downfall schon hinter uns. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal die Geduld hatte, drei Tage auf die Ernte von virtuellen Tomaten zu warten.
Laut Experten der Firma GWI (Global Web Index) hatte Social Media im Jahr 2022 seine beste Zeit. Seit dem schrauben nahezu alle Generationen, aber Gen Z vorne dran, wieder ihre Nutzung zurück.
Und warum?
Eine Befragung von 2000 Personen von Deloitte hat ergeben, dass die Top 5 Ausstiege hauptsächlich auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen sind.
Austeiger:innen haben Angst um ihre
- Privatsphäre,
- den Datenschutz
- und die Richtigkeit der konsumierten Inhalte.
- Ganz vornedran nennen die Nutzenden aber ganz simpel: Langweilige Inhalte.
Ich kann das nur unterschreiben. Auch ich mache mir langsam Gedanken um all die Cookies, die ich mal akzeptiert habe. Um meine Millionen Bilder in irgendeiner Cloud. Um das vierzehnte Video von einem KI-generierten Tiger, der mir einen Stinkefinger zeigt. Aber vor allem, würde ich mein Entertainmentlevel heute als sehr viel geringer einstufen als damals als stolze FarmVille-Landwirtin.
Man muss dazu sagen, dass über 2,5 Stunden Nutzungszeit pro Tag natürlich nicht wenig sind. Auf das Jahr gerechnet sind das 900 Stunden. Damit sind wir weit entfernt von einem faktischen Downfall.
Trotzdem lohnt es sich bereits jetzt darauf zu schauen, warum User Social Media den Rücken kehren. Wenn langweilige Inhalte und Sicherheitsbedenken dazu führen, dass ein großer Anteil der Nutzenden ganze Plattformen verlässt, werden auch Content und Ads, die beide meiner Bedenken bestätigen, auf jeden Fall zumindest nicht dazu beitragen, dass ich mir überlege Kundin beim werbenden Unternehmen zu werden.
Aussteigergründe können stetig dabei helfen sich im Marketing daran zu erinnern, mit welchen Inhalten und welcher Strategie ich meinen Content auf allen Plattformen platziere.
Jetzt denken Sie vielleicht:
„Naja, ich bin Dachdeckerin, und Dächer werden die Menschen auch benötigen, wenn die letzte FarmVille geschlossen ist.“
Das stimmt! Die Plattform und der Bezug Ihrer Zielgruppe zu dieser Plattform sollten aber zumindest in Betracht gezogen werden, wenn Sie sich über Ihre Marketingkampagnen im Jahr 2026 Gedanken machen (Fast 4 Jahre nach dem vermutlichen Peak).
Social Media ist und bleibt eine von vielen Plattformen. Kaum jemand kann sich die Tech-Giganten mit Vollzugriff auf deine Bildergalerie aus der Marketingwelt wegdenken. Vor einigen Jahren konnte sich auch kaum jemand die Zigarette aus dem Flugzeug denken – oder gar Social Media herdenken.
Was nehmen wir daraus mit?
Sie müssen sich nicht als Anbietende von virtuellen Bauernhöfen etablieren und den Social-Media-Crash eigenständig verhindern. Ich, für meine Marketingtätigkeit, stelle mir jetzt einmal öfter die Frage, ob ich meine Zielgruppe gerade langweile und ob wir als Brand die nötige Sicherheit bei Datenschutz- und Privatsphärensorgen vermitteln können.
In Zeiten von sinkender Aufmerksamkeitsspanne der Gesamtbevölkerung, sind Sie natürlich nicht eigenverantwortlich für das Entertainment Ihrer Konsument:innen: Es lohnt sich aber mehr denn je, darüber nachzudenken, wie gut Ihnen eigentlich Ihr eigener Content gefällt.
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